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Suchtprävention/Ich-Stärkung

Informationen


Um einer späteren Sucht vorzubeugen, sollte möglichst frühzeitig vorgesorgt werden. Die Vorbeugung ist ein langer Weg der kleinen Schritte. Er erfordert

  • elterliche Zuwendung,
  • Liebe,
  • Lob und Anerkennung,
  • Erziehung und
  • vor allem Zeit für Kinder.

Eltern können also viel dafür tun, dass ihre Kinder sich zu gesunden Erwachsenen entwickeln, die ihr Leben positiv und ohne Drogen bewältigen.


Ein gutes Vorbild sein

Kinder lernen durch Vorbilder. Sie beobachten, wie Eltern, Idole und andere Erwachsene ganz allgemein mit Konflikten, Problemen, Abhängigkeiten und auch mit Drogen und Genussmitteln umgehen.

Daher ist es wichtig, dass sich Eltern dieser Vorbildfunktion bewusst werden und eigene Verhaltensweisen überdenken. „Vorbildlich“ heißt, dass auch Eltern mit Suchtstoffen vernünftig umgehen, illegale (verbotene) Drogen grundsätzlich meiden und beispielsweise Alkohol und Medikamente nicht als Problemlöser regelmäßig und in größeren Mengen konsumieren.

Stärkung des Selbstvertrauens

So wie Kinder Essen und Bewegung zur Persönlichkeitsentfaltung brauchen, so benötigen sie auch ein sicheres Zuhause und seelische Zuwendung, die sich zum Beispiel in Lob und Anerkennung ausdrückt. Im Alltag zeigt sich aber, dass der Tadel in der Regel überwiegt und gerade Schulkinder nur über gute Noten ein positives Feedback der Eltern bekommen. Kinder sind nicht nur Schulkinder. Sie sollten nicht allein über ihre schulischen Leistungen definiert werden.

Nahezu jeder Mensch hat einmal am eigenen Leib erfahren, wie sehr das Gefühl, eine besondere Leistung vollbracht zu haben, das Selbstvertrauen stärkt. Zum Beispiel in einer bestimmten Situation Mut bewiesen oder Angst überwunden zu haben, (der erste Sprung vom Drei-Meter-Brett) heben das Selbstwertgefühl. Der Stärkungseffekt steigert sich vor allem dann noch, wenn die persönlich bedeutsame Tat (z. B. Bestehen des Schwimmabzeichens, die erste Busfahrt ohne Eltern, etc.) von anderen erkannt und anerkannt wird. Solche Leistungen sind für die Persönlichkeitsentwicklung bedeutsam und sollten wie schulische Leistungen anerkannt werden.

Zeit für Kinder

Kinder brauchen für ihre gesunde Entwicklung Erwachsene, die Zuwendung zeigen und Zeit für kindliche Bedürfnisse wie spielen und lesen haben.

Unter Ärzten, Psychologen und Pädagogen herrscht weitgehende Einigkeit darüber, dass kaum etwas die seelische und geistige Entwicklung so stark fördert, wie die Erzähl- oder Lesestunde mit Eltern und Großeltern oder das gemeinsame Spielen in der Familie.

Lesen

Mit Kindern lesend die Welt entdecken

Mit Kindern lesend die Welt entdecken

Sprachkompetenz, Lese- und Schreibfähigkeit sind Schlüsselqualifikationen. Wissenschaftler weisen heute darauf hin, dass immer mehr Kinder behandlungsbedürftige Sprachstörungen aufweisen.

Laut der PISA-Studie (Programme for International Student Assessment) von 2001 verstehen in Deutschland nur 28 von 100 Schülern geschriebene Texte gut und können sie entsprechend nutzen und bewerten. 23 Prozent der Schüler konnten geschriebene Texte kaum verstehen, nutzen und bewerten.

Eltern haben die Möglichkeit, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Sie können durch Vorlesen und miteinander Lesen spielerisch die Voraussetzungen zu mehr Sprach- und Lesefähigkeit schaffen.

Beim Vorlesen können Eltern ihren Kindern Wärme und Geborgenheit geben und Aufmerksamkeit schenken, die den Kindern oft fehlt. Kinder entdecken über das Vorlesen den Spaß an Geschichten und darüber die Freude am eigenen Lesen und dem Eintauchen in fremde Welten. Lesen wird über das Vorlesen als etwas Positives kennen gelernt. Eltern finden unter der angegebenen Literatur schöne Geschichten zum Vorlesen und miteinander Lesen.

Literatur

Um Eltern und Pädagogen einen gewissen Überblick über die monatlich unzähligen Buchneuerscheinungen zu geben, ist 1995 die „Lesebar“, eine Online-Rezensionszeitschrift für Kinder- und Jugendliteratur, gegründet worden.

Die Lesebar entsteht innerhalb eines Projektseminars in Zusammenarbeit mit Studierenden des Seminars für Deutsche Sprache und ihrer Didaktik der Universität zu Köln. In der Lesebar wird versucht, Empfehlungen auszusprechen und aus dem oft unübersichtlichen Meer von Neuerscheinungen interessante Titel herauszufischen und zu rezensieren.

Die Lesebar ist als Internetzeitschrift für jedermann kostenlos verfügbar. Im Archiv befinden sich mehr als 300 Buchbesprechungen, die in jedem Semester um zehn bis fünfzehn neue Rezensionen ergänzt werden.
www.lesebar.uni-koeln.de

Spielen

Wissenschaftler haben erkannt, dass regelmäßiges Spielen für Kinder wichtig ist. Beim Spielen lernen Kinder kooperatives Handeln, Spannung und Entspannung auszuhalten und mit Sieg und Niederlage umzugehen. Auch Tränen und Streit gehören zum Spiel. Im geschützten Rahmen der Familie können Kinder Niederlagen leichter verarbeiten und lernen, dadurch auch im richtigen Leben mit Rückschlägen umzugehen. Diese Fähigkeiten lernen Kinder nicht, wenn sie allein am Computer oder der Playstation sitzen.

Eine Umfrage der Initiative „Mehr Zeit für Kinder“ hat ergeben, dass für Kinder das gemeinsame Spiel mit den Eltern an einer der ersten Stellen ihres Wunschzettels steht, weit vor materiellen Ansprüchen, teuren Urlauben, usw.

Gemeinsames Spielen in der Familie sollte daher zu einer festen Einrichtung (ein fester Spieleabend pro Woche) werden, auf die sich alle freuen können.

Die Auswahl des Spiels hängt natürlich maßgeblich vom Alter des Kindes ab. Je jünger das Kind, desto klarer und übersichtlicher sollten die Regeln sein und die Spieldauer zeitlich begrenzt. Als Einstieg eignen sich vor allem Spiele, bei denen Teams von mindestens zwei Personen oder auch die gesamte Familie (z. B. „Obstgarten“) gemeinsam gewinnen oder verlieren. Wettkampforientierte Spiele, bei denen einer als Sieger hervortritt, verlangen von allen Mitgliedern die Fähigkeit, auch einmal verlieren zu können. Beruht der Sieg allerdings auf Glück (wie bei „Mensch-ärgere-Dich-nicht“) fällt es auch jüngeren Kindern leichter, eine Niederlage wegzustecken.

Spielideen

Seit 1979 wird der Kritikerpreis „Kinderspiel des Jahres“ vergeben. Der Kritikerpreis soll sowohl Familien mit Kindern als auch Erziehern eine Orientierungshilfe geben und auf gute Kinderspiele aufmerksam machen. Dabei stehen Spiele im Vordergrund, die Kindern im Alter bis zu 8 Jahren Spielvergnügen bereiten, aber auch im gemeinsamen Spiel mit Eltern oder älteren Geschwistern Spaß machen.

Im Jahr 2019 wurde beispielsweise das Kinderspiel „Diego Drachenzahn“ von Manfred Ludwig aus dem HABA Verlag zum besten Spiel gekürt. In dem Spiel sind sowohl Geschicklichkeit als auch die Kunst des "Bluffs" gefordert, dennoch haben die jungen Spieler durchaus Siegchancen gegen mitspielende Erwachsene.

Die Spiele des Jahres können unter der Internetadresse www.spiel-des-jahres.com eingesehen werden.

Zwei Dinge

Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.
Johann Wolfgang von Goethe