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Kindergesundheit / menschlicher Körper

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Gesundheit aktiv beeinflussen

Eltern können die körperliche und geistige Gesundheit ihrer Kinder aktiv fördern, zum Beispiel durch

und vielem mehr.

Liebe und Geborgenheit

Mit dem Eintritt in die Schule ändert sich vieles im Leben von Kindern und deren Familien. Kinder müssen sich auf neue Kameraden und Sozialformen einstellen, mit der Lehrkraft auskommen und den Unterrichtsstoff bewältigen. Der Tagesablauf wird weitgehend durch die Schule strukturiert. Die Hausaufgaben müssen gemacht werden und die Nachmittage sind nicht mehr reine Spielzeit. Auch das Freizeit- und Urlaubsverhalten der Familie wird durch Schulzeiten und Schultermine geprägt.

Eltern möchten, dass ihre Kinder stark und selbstbewusst  und mit möglichst guten Leistungen die Schulzeit durchlaufen. Und häufig wird die elterliche Unterstützung in die Steigerung der Leistungsfähigkeit gesetzt, wie z.B. mit Nachhilfe, Hausaufgabenbetreuung oder Nachmittagskursen.

Doch die Basis für schulische Leistungen und die Entwicklung einer starken Persönlichkeit von Kindern ist deren körperliches, geistiges und seelisches Wohlbefinden. Hier sollten Eltern zu allererst ansetzen und Kindern die Basis für eine gesunde und geborgene Entwicklung bereiten. Liebe, Zuversicht und Anerkennung sind häufig entscheidendere Größen als ein zusätzlicher Englischkurs.

Die im folgenden genannten und in den Kapiteln Ernährung, Bewegung, Sexualerziehung und Suchtprävention/Ich-Stärkung zusammengefassten Bausteine für eine gesunde Entwicklung geben einige erste Hinweise, in welchen Bereichen Eltern ihre Kinder unterstützen können.

Gesunder Schlaf

Schlafen ist bekanntlich gesund und das A und O für einen guten Schultag. Denn der Körper sammelt im Schlaf neue Energie, durch Träume werden die Eindrücke des Tages und Dinge, die uns beschäftigen, verarbeitet. Schlaf ist daher sowohl für das seelische wie auch das körperliche Wohlbefinden von großer Bedeutung. Doch manche Kinder haben genau damit Probleme. Sie kommen abends nicht zur Ruhe, finden Schlafen langweilig, liegen lange wach und sind morgens hundemüde. 

Eine Studie "Gesunder Schlaf für Kölner Kinder" hat ergeben, dass 16 Prozent der Kinder im Einschulalter Schlafstörungen haben. Die Studie stellte auch heraus, dass viele dieser Kinder nicht durch erhöhte Tagesmüdigkeit auffielen, sondern eher unruhig, überaktiv oder unkonzentriert reagierten. Schwierigkeiten in der Schule sind dadurch eher möglich.

Das Schlafbedürfnis eines Schulkindes beträgt in etwa zehn Stunden. Die ideale Zubettgehzeit richtet sich nach dem Schlafbedarf des Kindes und kann mit zunehmendem Alter weniger werden.

Mit den folgenden Regeln können Eltern den Schlaf ihres Kindes fördern und ihm helfen, gesunde Schlafgewohnheiten zu entwickeln.

Angenehme Schlafrituale

Jeden Abend vor dem Schlafengehen sollten bestimmte Schlafrituale eingehalten werden. Dadurch wird das Zubettgehen für Schlafmuffel attraktiver. Schlafrituale die sich anbieten sind eine Kuschelviertelstunden mit Vater oder Mutter, eine Gute-Nachtgeschichte, ein Gute-Nachtlied, ein Gebet;  auch Hörspielkassetten oder CD's mit kurzen Geschichten sind - leise eingestellt - für einige Kinder hilfreich.

Feste Zeiten

Legen Sie eine feste Schlaf-/Wachroutine fest und sorgen Sie für die konsequente Einhaltung vorgegebener Zeiten, so kann sich der Körper und die Tag- und Nachthormonproduktion allmählich darauf einstellen.

Entspannung einleiten

Kein Stress am Abend, keine vergessenen Hausaufgaben nachholen, keine Streitgespräche. Achten Sie darauf, dass sich ihr Kind vor dem Zubettgehen entspannt und sich damit auf den Schlaf vorbereiten kann. Altersuntaugliche, spannende Fernsehsendungen sind gerade für Kinder mit Einschlafproblemen tabu.

Trinken

Geben Sie ihrem Kind keine koffeinhaltigen Getränke (wie z.B. Cola, Eistee).

Schlaftemperatur

Besonders im Winter sind einige Kinderzimmer aufgrund der Heizung oft viel zu warm und die Luft zu trocken. Achten Sie daher auf eine entsprechende Schlaftemperatur im Zimmer (ca. 16-17 Grad) und lüften Sie das Kinderzimmer zehn Minuten durch.

Ängste ernst nehmen

Hinter einigen Einschlafproblemen stecken Kinderängste: vor der Dunkelheit, vor Monstern, vor unheimlichen Tieren. Nehmen Sie die Ängste ernst, schenken Sie Ihrem Kind vertrauen und erfinden Sie gemeinsam einige Hilfen gegen die Ängste: ein Nachtlicht, eine am Bett stationierte Taschenlampe, ein Traumfänger, der nicht nur Träume sondern bevorzugt Monster fängt, ein beschützendes Kuscheltier. Es gibt auch viele schöne Kinderbücher, die sich mit dem Thema beschäftigen und dem Kind zeigen, dass es mit seinen Ängsten nicht allein auf der Welt ist.

Müde Spielen

Kinder, die den ganzen Tag tobend und spielend an der frischen Luft verbringen, sind abends meist  von selbst sehr müde und sinken fröhlich in die Kissen. Kinder die hingegen im Alter von fünf und sechs Jahren mehr als zwei Stunden mit Fernsehen und Computer verbringen, sind eher von Schlafstörungen betroffen.

Weitere Hilfe

Wenn alles diese Tipps nicht helfen, dann ist ein "Schlaftagebuch" empfehlenswert. Denn manche Ursachen für Schlafstörungen sind so versteckt, dass erst die Beobachtung über mehrere Wochen Klarheit schenkt. Sprechen Sie dann auch mit ihrer Kinderärztin/ ihrem Kinderarzt über die Problematik.

Hier finden Sie Literatur für Kinder und Eltern zum Thema "Schlaf".

Impfvorsorge

Schutzimpfungen gehören zu den wirksamsten und wichtigsten präventiven Maßnahmen der Medizin bei der Verhütung und Bekämpfung von zahlreichen Infektionskrankheiten. Moderne Impfstoffe sind gut verträglich, unerwünschte gravierende Nebenwirkungen werden nur in ganz seltenen Fällen beobachtet.

Unmittelbare Ziele von Impfungen für den Einzelnen sind die Stärkung seines natürlichen Abwehrsystems gegenüber eindringenden Erregern und die Verhinderung einer Erkrankung.

Impfungen schützen vor:

  • schweren, kausal nicht therapierbaren Infektionskrankheiten,
  • möglichen schweren Komplikationen bei Infektionskrankheiten,
  • Komplikationen bei schweren Grundkrankheiten und vor
  • Infektionskrankheiten, die während der Schwangerschaft zu schweren Schäden beim ungeborenen Kind führen können.

Bei Erreichen hoher Durchimpfungsraten können Infektionsketten unterbrochen und einzelne Krankheitserreger regional ausgelöscht und schließlich weltweit ausgerottet werden.

Die Teilnahme an Schutzimpfungen ist in Deutschland freiwillig und basiert auf der aktiven Mitwirkung der Bevölkerung und des Engagements der Beteiligten im Gesundheitswesen. Für Kinder werden Impfungen zumeist im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen angeboten. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut gibt jährlich Empfehlungen zur routinemäßigen Durchführung von Schutzimpfungen für Säuglinge, Kleinkinder und Jugendliche heraus (siehe Elternbrief 3, Impfen (262,98 KB) ).

Schutzimpfungen gegen Masern, Mumps und Röteln, aber auch die Sechsfach-Impfung gegen die Krankheiten Diphterie, Keuchhusten, Wundstarrkrampf, Kinderlähmung, HiB (Haemophilus influenza) und Hepatitis B sind bis zum vollendeten 18. Lebensjahr von der Zuzahlung ausgenommen.

Vorsorgeuntersuchungen

Die Vorsorgeuntersuchungen stellen einen wichtigen Bestandteil einer aktiven Gesundheitsvorsorge dar. Nicht wenige Entwicklungsstörungen und auch Krankheiten könnten verhindert werden, wenn sie rechtzeitig erkannt und anschließend entsprechend behandelt würden. In Deutschland zählt seit dem Jahr 1971 ein bundesweites Früherkennungsprogramm für das Säuglings-, Kleinkind- und Vorschulalter zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen. Die zur Zeit von allen Kassen finanzierten Vorsorgeuntersuchungen (U1,U2,U3,U4,U5,U6,U7,U7a,U8,U9) werden in einem Kinder-Untersuchungsheft "Gelbes Heft" des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen dokumentiert.

Während die Vorsorgeuntersuchungen (U3–U6) im ersten und zweiten Lebensjahr noch die 90-Prozent-Grenze übersteigen, liegt die Inanspruchnahme der U8 und U9 nur noch bei rund 80 Prozent. Gegenwärtig vorliegende Auswertungen zur Akzeptanz der Jugenduntersuchung (J1) deuten auf eine bislang sehr geringe Inanspruchnahme (5 Prozent in Baden-Württemberg bis fast 18 Prozent in Niedersachsen) hin.

Alle Vorsorgeuntersuchungen (U1–U9) für Kinder sowie die J-Untersuchung zu Beginn der Pubertät sind zuzahlungsfrei.

Kinderunfälle vermeiden

Kinder müssen sich ausprobieren und ihre körperlichen Grenzen austesten können.

Kinder müssen sich ausprobieren und
ihre körperlichen Grenzen austesten
können.

Die meisten Unfälle im Kindesalter gehen glimpflich aus. Kräftig pusten, Pflaster drauf – dann wird's schon wieder!

Aber rund 1 Million Kinder verunglücken jährlich in Deutschland so schwer, dass ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden muss. Mehr als die Hälfte der Unfälle hätten durch größere Achtsamkeit (z.B. häuslicher Herd), bessere Sicherheitsvorkehrungen (tragen von Schutzkleidung) und besserem Koordinationsvermögen vermieden werden können. Die meisten Kinderunfälle passieren nicht etwa auf der Straße, im Kindergarten oder in der Schule, sondern da, wo unsere Kinder "am sichersten sind" – zu Hause.

Ausführliche Informationen über geeignete Vorsichtsmaßnahmen finden Eltern auf der Homepage der Kinderärzte und der Homepage der Bundesarbeitsgemeinschaft "Mehr Sicherheit für Kinder". Sie konzentriert sich vor allem auf Unfälle in Heim und Freizeit und gibt hilfreiche Tipps und Informationen.

Ein breites Informationsangebot zum Thema Straßenverkehr als Unfallort finden Eltern auf den Seiten des Deutschen Verkehrssicherheitsrates e.V. (DVR) und der Deutschen Verkehrswacht e.V.. Beide Vereine sind Mitglieder der BAG.

Zahngesundheit

Zahnkaries ist bei Kindern und Jugendlichen in den letzten Jahren enorm zurückgegangen. Die Kassenzahnärztliche Vereinigung gibt an, dass mehr als die Hälfte der 6-jährigen heute naturgesunde Zähne haben.

Regelmäßiges Zähneputzen und die kostenfreien zahnärztlichen Routineuntersuchungen helfen, die Zahngesundheit von Kindern zu erhalten und unnötige Zahnschmerzen zu vermeiden.

Informationen zur Zahnärztlichen Untersuchung, zum richtigen Zähneputzen und zur zahnfreundlichen Ernährung erhalten Eltern bei der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Nordrhein.
www.zahnaerzte-nr.de

Vorsorgeuntersuchungen nutzen
Die Broschüre "10 Chancen für ihr Kind" - Das Wichtigste zu den Früherkennungs-untersuchungen U1-U9 ist kostenfrei über die Bundeszentrale f.gesundheitliche Aufklärung zu erhalten. Download und Bestellung unter www.ich-geh-zur-u.de