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Sexualerziehung

Nicht nur Kommunikationsforscher haben festgestellt, dass heute in den Medien mit zunehmender Tendenz Darstellungen von Sexualität und sexuellen Handlungen gezeigt werden. Vordergründig entsteht dabei der Eindruck, dass das Thema „Sexualität“ in unserer Gesellschaft offen angesprochen wird. Sexualerziehung scheint nicht mehr nötig, da jede gewünschte Information über die Medien auch Kindern zugänglich ist.

Doch nach wie vor stehen Erwachsene, Kinder und Jugendliche dem Thema „Sexualität“ mit großen Unsicherheiten gegenüber. Sie haben Schwierigkeiten, die eigene Sexualität zu erkennen, zu akzeptieren und über Sexualität zu sprechen. Sprachlosigkeit oder Kommunikationshindernisse sind bezeichnend für diesen wichtigen persönlichkeits- und gesundheitsbestimmenden Lebensbereich.

Es ist primär Aufgabe des Elternhauses, die heranwachsenden Kinder hier liebevoll und kompetent zu beraten. Die Eltern müssen ihnen eine angemessene Sprache geben, sie auf körperliche Veränderungen zu Beginn der Pubertät vorbereiten und an die erwachende Sexualität heranführen. Eine bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Erziehung und dem eigenen kulturellen Hintergrund ist dabei immer Voraussetzung.

Sexualerziehung in der Primarstufe

Für ein Kind sollten die vielfältigen und teilweise verunsichernden Pubertätsentwicklungen von Körper und Seele vorhersehbar und in ihren zeitlichen Abläufen und Sinnhaftigkeiten verständlich sein. Die Begeisterungsfähigkeit und Neugier von Grundschulkindern macht es leicht, Staunen über die Fähigkeiten des Körpers zu wecken und damit verbunden, Stolz und Selbstvertrauen aufzubauen.

Dr. med. Marion Mittag, Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung e. V.