Suche

Spannende Innenansichten: Grundschüler erforschen ihren Körper

Wie viele Knochen hat der Mensch?

Wie viele Knochen hat der Mensch?

Schuldaten

Gemeinschaftsgrundschule Oberklüppelberg, Wipperschule

einzügig

Ansprechpartner Schule
Christoph Reiff,
Tel. 02269/237.

Ansprechpartner der AOK Rheinland, Regionaldirektion Oberbergischer Kreis
Gabriele Schlünder,
Tel. 02261/383-23.

Ausgangslage

Im Sportunterricht beobachteten die Lehererinnen Kinder, die bewegungsarm sind und wenig Körperbewusstsein haben.

Kooperationsprojekt mit der Ärztekammer Nordrhein und der AOK Rheinland
So entschlossen sich die fünf Kollegen der einzügigen Schule, im Schuljahr 2003/04 das Thema „menschlicher Körper/ beim Arzt“ umzusetzen.


Projektziele

„Wenn ein Kind weiß, wie sein Körper funktioniert und was ihm gut tut, entwickelt es hoffentlich ein gesünderes Bewusstsein“, so der Projektverantwortliche Pädagoge Christoph Reiff.

Projektbeschreibung

Die Lehrkräfte besuchten die im Rahmen von „Gesund macht Schule“ angebotenen Fortbildungen, nutzten die Projektmaterialien und sammelten Basiswissen zum Thema. Anfang 2004 begann der Unterricht. „Die Kinder erfuhren zum Beispiel, wie das Skelett aufgebaut ist, wie die Atmung funktioniert und welche Aufgaben die Haut hat“, erzählt Reiff.

Kreative kleine Kunstwerke: Die Arztpraxis in der Schuhschachtel.

Kreative kleine Kunstwerke: Die Arztpraxis in der Schuhschachtel.

Sprechstunde im Klassenzimmer

Zusätzlich kam Dr. Hildegard Bieg, vermittelt von der Ärztekammer Nordrhein, als Patenärztin für je eine Doppelstunde in die Klassen. Im Gepäck hatte die Medizinerin medizinische Instrumente wie Stethoskop oder Reflexhammer und anatomische Modelle. Die Kinder konnten sich gegenseitig untersuchen, den Aufbau von Ohren, Augen oder dem Herzen erkunden und Fragen stellen. „Dabei lernen sie ihren Körper und Organfunktionen kennen, Körperteile genau zu benennen und Empfindungen zu erspüren. Und sie erlangen mehr Kompetenz, ihr aktuelles Befinden zu beschreiben“, so die Patenärztin.

In einer Projektwoche vertieften die Pädagogen die vermittelten Grundlagenkenntnisse. Jeder Lehrer bereitete ein spezielles Thema vor, etwa „Wirbelsäule“ oder „Haut“. In fünf klassenübergreifenden Gruppen erlebten die Kinder rotierend jeden Tag eine andere Projekteinheit. Die fünfte Einheit organisierten engagierte Eltern und die Leiterin der Schulbetreuung. Zugleich kochten sie gemeinsam mit den Schülern jeden Tag für alle 86 Kinder der Wipperschule. Zum Abschluss lud ein Tag der offenen Tür alle Eltern ein, an Fitness- oder Gymnastikübungen teilzunehmen. Sachkompetente Eltern und Mitglieder des Turnvereins Klaswipper halfen den Lehrern, die Angebote zu realisieren.

Ergebnisse

Christoph Reiff freut sich über die Ergebnisse: „Uns hat gefallen, so abwechslungsreich zu arbeiten. Und die Schüler sind körperbewusster geworden, prüfen beim Sport schon mal ihren Puls und stellen mehr Fragen.“ Im kommenden Schuljahr widmet sich die Schule dem Thema „Suchtprophylaxe“.


Hemmungen vor dem Arztbesuch abbauen

Schuldaten

Katholische Grundschule am Römerhof
Aachen

320 Schülerinnen und Schüler, 14 Lehrkräfte

Ansprechpartner Schule
Brigitte Althoff, Tel. 0241/ 60 70 45

Ansprechpartner der AOK Rheinland, Regionaldirektion Aachen
Antje Moll, Tel. 0241/ 464-151

Ausgangslage / Projektziele

„Ein Arztbesuch ruft bei Kindern häufig Ängste hervor. Die am Projekt beteiligten Lehrerinnen wollten diese Hemmungen abbauen und Kindern Wege zeigen, ihr Körperbefinden zu beschreiben”, begründet Konrektorin Brigitte Althoff die Themenwahl. „Entscheidend war zudem, dass die Schüler an den Themen ‚Körper’ und ‚Arzt’ sehr interessiert waren und wir Fachleute und außerschulische Lernorte in den Unterricht einbinden konnten.“

Projektbeschreibung

Zunächst setzten die Kinder Nachforschungen über die menschliche Anatomie im Kunstunterricht bildlich um. Im Sachkundeunterricht stand das Skelett im Zentrum: Wie sind die Knochen miteinander verbunden, wie arbeiten Gelenke, Muskeln und Sehnen? Auch Vorgänge wie „Was passiert, wenn ich mein Knie beuge?“ ergründeten die Dritt- und Viertklässler am Modell und am eigenen Körper. Der Sportunterricht bot zusätzlichen Raum für Übungen wie Pulsmessungen und Beobachtungen, was sich durch Bewegung im und am Körper verändert. Besonders interessierten sich die Kinder für Herz und Lunge, so dass die Pädagogen den Unterricht um zwei Lehrfilme über diese Organe ergänzten.

Ortstermin in der Praxis

Auch ein Praxisbesuch beim Patenarzt Dr. Wolfgang Schlemmer gehörte zum Projekt. Er führte die Kinder durch seine Behandlungsräume, ließ sie medizinische Instrumente und Geräte ausprobieren, zeigte den Schülern unterschiedliche Untersuchungsmöglichkeiten wie das Elektro-Kardio-Gramm oder den Ultraschall und setzte ihnen sanft eine Akupunkturnadel. „In einer positiven Atmosphäre erleben Kinder angstfrei Untersuchungs- und Behandlungsabläufe, die sie bis dahin entweder nur aus der Patientenrolle erlebt haben oder aus der Theorie kennen“, resümiert der Aachener Allgemeinmediziner.

Im Deutschunterricht reflektierten die Schüler den Arztbesuch in Rollenspielen. Ihren Abschluss fand die fachübergreifende Unterrichtsreihe „menschlicher Körper/ beim Arzt“ schließlich wieder im Kunstunterricht, wo die Schüler kleine Schuhkarton-Arztpraxen bauten. „Direkt anschließend haben wir zudem das Thema ‚Erste Hilfe’ realisiert“, so Brigitte Althoff. „Nachdem die Kinder so viel über den Körper und seine Funktionen gelernt hatten, passte das optimal.“ In der Klasse übten die Kinder Erste-Hilfe-Maßnahmen, besonders spannend war die Besichtigung eines Rettungswagens auf dem Hof der Römerhofschule.

Ergebnisse

„Allen hat die praxisorientierte Arbeit viel Spaß bereitet“ resümiert die Konrektorin. „Eltern meldeten uns, die Kinder hätten zu Hause weitere Arzt-Patienten-Spiele entwickelt und seien sehr motiviert gewesen. Und im Erste-Hilfe-Training haben sie neben Wissen auch Verantwortlichkeit und Selbstständigkeit im Hinblick auf lebensbedeutsame Situationen gewonnen.“

Die Kinder in Aachen und Wipperfürth erkundeten das Knochengerüst.

Die Kinder in Aachen und Wipperfürth erkundeten das Knochengerüst.

Zurück zur Übersicht