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Projektwoche an der Jülicher Schirmerschule

v.l.n.r.: Kennenlernen des eigenen Körpers ohne Angst vor dem Arztbesuch.
Training macht den Meister.
Einer der stolzen Besitzer des Rolbrett-Führerscheins.

Schuldaten

Schirmerschule Jülich
Düsseldorferstr. 46
52428 Jülich
Telefonnummer: 02461/91 05 41
E-Mail: schirmer-schule@t-online.de

Anzahl der Züge: 1
Anzahl der Kinder: 170
Anzahl der Lehrer / Lehrerinnen: 18

Ansprechpartnerin in der Schule
Regine Pitzer
Regine@Pitzer.de

Ausgangslage

Unsere Schule ist eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen. Die Klassen 1 bis 6 (Schüler im Alter von 7-13 Jahren) haben sich zusammengeschlossen, um an dem Projekt "Gesund macht Schule" teilzunehmen.

Viele unserer Schüler kommen aus sozial schwachen und bildungsfernen Elternhäusern. Die Kinder gehen selten zum Arzt, Impfungen werden nicht durchgeführt und die Vorsorgetermine kaum eingehalten.

Viele Schüler haben schlechte Zähne und große Angst vor dem Zahnarzt. Sie wissen nicht, was sie bei einem Arztbesuch erwartet und haben keine Vorstellung von Vorbeugung und Prävention. Über ihren Körper haben die Schüler nur sehr wage Vorstellungen.

Unsere Schülerschaft neigt zu einem hohen Fernsehkonsum und stundenlangen Computerspielen. Viele Kinder kennen kaum noch Bewegungsspiele und Entspannung. Im Sportunterricht stellen wir immer mehr motorische Schwierigkeiten und Probleme mit der Koordination fest. Im Klassenunterricht fallen Konzentrationsstörungen und aggressives Verhalten vermehrt auf.

Projektziele

Die Stufenkonferenz der 4 Klassen hat beschlossen, die Gesundheitsförderung langfristig und nachhaltig in die Schule zu integrieren.

Der erste Schwerpunkt sollte das Kennenlernen des eigenen Körpers und Bewegung und Entspannung sein. Seit vielen Jahren kommt das Zahnpflegemobil und der Schulzahnarzt in die Schule. Dabei stellen wir immer wieder fest, wie wenig die Kinder informiert sind und wie viel Angst sie vor einem Arztbesuch haben.

In einer ersten klassenübergreifenden Projektwoche standen folgende Ziele im Vordergrund:

  • Kennenlernen und Gesunderhaltung des eigenen Körpers
  • Körperpflege
  • Abbau von Ängsten durch verschiedene Arztbesuche
  • Bewegungserfahrungen
  • Entspannung
  • Alternativen zum Fernsehkonsum, Änderung des Freizeitverhaltens
  • Information der Eltern über die Notwendigkeit von Vorsorge und Bewegung
  • Einbeziehen von außerschulischen Einrichtungen,Partnern und Ehrenamtlern

Projektbeschreibung

In den 4 Klassen, die an dem Projekt teilnahmen sind 50 Schüler und Schülerinnen. Für eine Woche wurde der Klassenverband aufgelöst und die Kinder in Gruppen von etwa 8 Schülern verschiedener Altersstufen eingeteilt.

Im Vorfeld hatten wir Kontakt zu außerschulischen Einrichtungen geknüpft und mehrere Kollegen und ehrenamtliche Mitarbeiter für unsere Projektwoche begeistert und gewonnen.
Daraus ergab sich ein weitgefächertes Angebot für die Schüler, aus dem sie aus verschiedenen Schwerpunkten auswählen konnten.

Beispiele auf dem Wunschzettel

  • Besuch im Krankenhaus
  • Besuch in einer Artzpraxis
  • Fitness Studio
  • Zahnartzwagen
  • Rettungswagen
  • Sportangebote
  • Bewegungsspiele
  • Fitnesstest
  • Rollbrettführerschein
  • Blindenparcour
  • Psychomotorik
  • Schwimmen
  • Tanzen/Aerobic
  • Joga
  • Unser Körper
  • Hygiene
  • Körperreise
  • Körperteile
  • Ohren/Nase
  • Maße/Gewicht
  • Zähne
  • Auge/Mund
  • Arznei
  • Entspannung
  • Gipsabdrücke

Am Montag, den 20.3.2006 konnte die Projektwoche starten.

Jedes Kind hatte eine Projektmappe mit seinem Stundenplan für die Woche.

Es gab Urkunden für den Fitness-Test, einen Rollbrettführerschein, Übungsanleitungen aus dem Fitness-Studio, Bilder aus dem Blindenparcour, Arbeitsblätter über den Körper, Rezepte für Kräutertees und Hausmittel bei Erkältungen, einen Pass über Puls und Blutdruck, Anleitungen zur ersten Hilfe und vieles mehr.

Im Vordergrund stand jedoch die ganze Woche über die praktische Erfahrung und das Ausprobieren. Beim Besuch Krankenhaus wurde zum Beispiel ein Kopfverband angelegt, im 1. Hilfekurs durfte jeder telefonisch einen Notruf melden.
Es wurden Wadenwickel angelegt und Erkältungstees gekocht. Im Blindenparcour konnte jeder einmal empfinden, was es heißt, blind zu sein.

Außerdem gab es eine Schnupperstunde in Joga, in Psychomotorik, Aerobic und in einem Fitnessstudio.

Beim Artzbesuch wurde ein EKG gemacht und der Blutzuckerwert gemessen. Im Zahnarztwagen konnte man sich auf den Stuhl legen ohne das gebohrt wurde und die Kinder durften selbst auch "Zahnarzt spielen" und in den Mund schauen.

Der Höhepunkt war am letzten Tag der Besuch des Rettungswagens vom Malteserhilfsdienst. Ohne Verletzung auf der Bahre liegen und transportiert werden, machte allen großen Spaß.

Kooperationspartner

  • Frau Dr. Prager-Patenärztin
  • Fitness-Studio Power Point
  • Malteser Krankenhaus Jülich
  • Praxis Jebsen-Fuchs Jülich
  • Frau Kühn Joga-Lehrerin
  • Frau Sprey-Frau Stegelmann Krankenschwestern
  • Malteser Hilfsdienst
  • Frau Lennarz Zahnarztwagen
  • Frau Liebisch und Frau Jülicher Ehrenamtler

Ergebnisse

Schon im Laufe der Projektwoche zeigte sich, dass die Schüler mit großer Begeisterung dabei waren.

Ängste gegenüber Ärzten und Krankenschwestern wurden abgebaut. Sie lernten die Praxis näher kennen und wissen jetzt bei vielen Instrumenten, wozu sie gebraucht werden. Alle Kinder haben sehr vielseitige Erfahrungen mit ihrem Körper machen können. Viele Fragen, die im Laufe der Woche auftauchten, wurden besprochen und mancher Schüler überwand die Scheu, über den Körper und seine Funktionen zu sprechen. Durch das praktische Tun haben viele Angebote einen nachhaltigen Eindruck bei den Schülern hinterlassen.

Im Eingangsbereich der Schule ist eine große Wand mit Ergebnissen und Informationen über die Projektwoche gestaltet. Hier finden sich immer wieder Schüler ein, um sich zu informieren und zu reflektieren.

Für die Pausengestaltung wurde eine Bewegungsspiele-Ausleihe eingerichtet.

Ein Fitness-Test wird mit allen Schülern zur Ist-Stand-Analyse durchgeführt. Durch vermehrte Sportangebote und Bewegungspausen wollen wir die Fitness der Schüler verbessern.

Die Projektwoche soll eine Fortsetzung finden mit dem Thema „Ernährung“.

Verwendete Materialien und Quellen

Viele Materialien und Arbeitsblätter konnten aus den Mappen der Ärztekammer Nordrhein und der AOK Rheinland genutz werden.

  • Aus der Stadtbücherei Jülich gab es eine Bücherkiste zum Thema "Der menschliche Körper".
  • Spielgeräte durch die Ausleihe des Spielpädagogischen Dienstes in Düren
  • Stethoskope, Blutdruckmessgeräte leihweise aus der Apotheke
  • Spielgeräte im Schwimmbad
  • Informationen aus dem Internet
  • Verbandsmaterial gestiftet aus der Apotheke
         

v.l.n.r.: Fachmännisch wird ein Kopfverband angelegt.
1. Hilfe ist spannend und ist für jeden nützlich sein.
Höhepunkt der Woche: Besuch des Rettungswagens. Fotos: privat

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