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Bewegung und Entspannung


Bewegung

Es liegt grundsätzlich in der Natur des Menschen, sich zu bewegen und sich bewegend die Welt anzueignen.

Bewegung bildet die Basis für die gesamte Entwicklung des Kindes, vom Säuglings- bis ins Jugendalter. Reiche Bewegungs- und Sinneserfahrungen in der frühen Kindheit haben positiven Einfluss auf die sensorische, emotionale, motorische, soziale und körperliche Entwicklung von Kindern.

Doch die Lebenssituation von Kindern hat sich im Zuge gesellschaftlicher Veränderungen (Änderungen des Lebensstils) entscheidend gewandelt, Spiel- und Bewegungsräume sind für Kinder- und Jugendliche immer weniger geworden. Auto und Verkehr in den Städten haben informelle Spielräume zunehmend verdrängt, Kinder sind stärker an die Wohnung als Spielbereich gebunden. Elektronische Spielmedien sorgen zusätzlich dafür, dass Kinder ihren natürlichen Bewegungsdrang nur noch sehr beschränkt ausleben.

Ein Mangel an Bewegung und Bewegungserfahrungen kann jedoch die gesunde Entwicklung von Kindern langfristig beeinträchtigen. Mit Bewegungsmangel assoziierte Beeinträchtigungen sind zum Beispiel:

  • Schwächung und Verkümmerung der Muskulatur
  • Motorische Ungeschicklichkeit
  • Beeinträchtigung der Koordinationsfähigkeit
  • ungenügende Bewegungskontrolle kann zum Beispiel zu Sturzunfällen im Kindergarten- und Grundschulalter führen
  • Übergewicht
  • Haltungsschäden
  • etc.
Alte Spielideen im neuen Gewand finden sich in der Materialmappe zur Bewegung und Entspannung

Alte Spielideen im neuen Gewand
finden sich in der Materialmappe zur
Bewegung und Entspannung

Um dem heutzutage häufig beobachteten Bewegungsmangel von Kindern vorzubeugen, kann sowohl zu Hause als auch in der Schule viel getan werden. In unserer Materialmappe zum Thema "Bewegung und Entspannung" geben wir Anregungen auf dem Weg zu einer bewegungsfreudigen Schule.

Anhand  von praktischen Beispielen wird gezeigt, wie man mit geringen zeitlichen und finanziellen Ressourcen den Schulalltag bewegungsfreundlicher gestalten kann. Im Mittelpunkt stehen dabei die Bereiche "Bewegungsorientierter Unterricht", "Bewegte Pause", "Schulhofgestaltung", "Sportstundenbilder" sowie "Spiele aus der Erlebnispädagogik". Ebenso gibt es ein umfangreiches Kapitel mit Anleitung zum Bau eigener Spielgeräte.

Entspannung

Ebenso wie Kinder Zeit für Bewegung, Toben und Sport brauchen, so benötigen sie auch Zeit, Erlebtes und Erlerntes einzuordnen, zur Ruhe zu kommen und sich eigener Bedürfnisse und Gefühle bewusst zu werden. In der Schule wie auch zu Hause sollte es daher "Räume" für Entspannungsphasen geben. In den Materialien von Gesund macht Schule  finden sich für Entspannungsphasen entsprechende Übungen, die zu Ruhe und Stille in der Klasse/Gruppe führen.

Hintergrund

Im Rahmen des bundesweiten Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS, 2007) wurde festgestellt, dass drei Viertel der Kinder im Alter von 3-10 Jahren mindestens einmal und ein Drittel  mindestens dreimal in der Woche Sport treiben. Die durchschnittliche Bewegungszeit beträgt pro Tag jedoch lediglich 53 Minuten. Aktuelle Empfehlungen, die ein Mindestmaß an täglicher Bewegungszeit von zwei Stunden aussprechen, werden somit nicht erreicht.

Angaben aus den Schuluntersuchungen zur Häufigkeit von Haltungsschwäche bei Sechsjährigen schwanken je nach Region zwischen 5Prozent bis 12 Prozent.

Bildung braucht Bewegung

Bewegung fördert Bildung. Daher implementieren Schulen - z. B. bei Gesund macht Schule - entsprechende Angebote im Vormittag und Nachmittag. Aber auch hier ist es wichtig, die Kinder - je nach Ausgangslage - adäquat und individuell zu fördern. Der Dordel-Koch-Test liefert zur Überprüfung der motorischen Leistungsfähigkeit wichtige Ergebnisse und deckt individuellen Förderungsbedarf auf.

PD Dr. med. Christine Graf, Leiterin d. Abteilung Bewegungs- und Gesundheitsförderung am Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft an der Deutschen Sporthochschule Köln

Modul: Motorische Förderung in der Primarstufe

Zusätzlich zu den festen Gesund macht Schule-Modulen wurde 2006 ein Angebot zur Implementierung "Sportmotoirscher Testverfahren (Dordel-Koch-Test)" ergänzt und in einem Modell an sechs Gesund macht Schule-Schulen erprobt. Ziel des Pilotprojekts war es, die motorische Leistungsfähigkeit von Grundschulkindern durch zuvor geschulte Lehrer zu erfassen und damit den Schulen ein Instrument zur Selbstevaluation an die Hand zu geben. Weitere Ziele, die Beschreibung und Auswertung des Projektverlaufes finden Sie hier. Der Erfolg der Maßnahme führte zur Aufnahme des Fitnesstests in die Materialien zur Bewegung und Entspannung von Gesund macht Schule.